New Yorker Anti-Diskriminierungsgesetz gilt auch außerhalb

Eine richtungsweisende Entscheidung hat nun ein New Yorker Gericht gefällt: Das strenge Anti-Diskriminierungsgesetz hat auch außerhalb des Bundesstaates Gültigkeit, wenn der Dienstgeber in New York seinen Sitz hat und von dort aus diskriminiert.

Geklagt hat Ron Padmore, der einen Einjahresvertrag als PR-Verantwortlicher bei der Herrenmodenfirma LC Play abgeschlossen hatte. Nach einem halben Jahr erhielt er vom Chef der Firma die Kündigung. In einer E-Mail begründet der Chef der Firma, Erastus Pratt die Gründe sehr eindeutig: „Die Models und andere Leute haben wegen deiner Sexualität gefragt, und meine Firma kann sich diese schwule Scheisse nicht leisten. Wie schaut das denn für Männermode aus, wenn man einen Hinterlader als Sprecher hat, nicht in meiner Firma. Sorry Bursche, aber so ist das Leben. Viel Glück.“

Jetzt hat Richter Peter K. Leisure entschieden, dass diese Mail dem New Yorker Anti-Diskriminierungsgesetz widerspricht, und dieses auf den Fall anwendbar ist, weil die Firma in der Stadt ihren Sitz hat und das Mail von dort geschrieben wurde. Für den Fall selbst erklärte sich der Richter für nicht zuständig, weil der Kläger kein Arbeitnehmer ist, sondern unabhängiger Vertragspartner. Deshalb muss sich nun ein Kollegialgericht weiter darum kümmern.

Es ist nicht das erste Mal, dass versucht wird, das New Yorker Gesetz auch außerhalb des Bundesstaates anzuwenden – allerdings hat jetzt zum ersten Mal ein Richter dem Betroffenen recht gegeben.

Der gekündigte Kläger legt übrigens Wert darauf, nicht schwul zu sein oder das jemals gegenüber seinem Arbeitgeber behauptet zu haben.