Studentin will homosexuelle Disney-Figur

Für eine homosexuelle Disney-Figur kämpft eine englische Studentin. Auf einer entsprechenden Facebook-Gruppe hat sie schon mehr als 500 Mitglieder für ihr Anliegen gewonnen.

Die Begründung von Anna Temby, Studentin an der Universität von Leeds, leuchtet ein: Disney habe über 80 Jahre gebraucht, bis das erste Mal eine schwarze Prinzessin die Hauptrolle in einem Zeichentrickfilm gespielt hat, und man sollte nicht weitere 80 Jahre auf den ersten offen gleichgeschlechtlich liebenden Charakter warten.

Anspielungen „und genügend Charaktere, die definitiv nicht hetero sind“, gebe es schließlich in den Disney-Produktionen mehr als genug, meint Temby. Ein Beispiel ist für sie Ryan aus „High School Musical“. Man solle nun nicht mehr länger um den heißen Brei herumreden, fordert die Studentin.

Völlig ignorieren wird der Disney-Konzern diese Aufforderung wohl nicht – gilt er doch als einer der homofreundlichsten Unterhaltungskonzerne Amerikas. So gibt es in den Disney-Themenparks „Gay Days“, bei denen speziell um ein schwules Publikum geworben werden kann, und seit zwei Jahren können gleichgeschlechtliche Paare dort auch eine „Märchenhochzeit“ abhalten.

Und auch konzernintern ist Disney als liberal bekannt: Sehr zum Missfallen konservativer Kräfte gilt zum Beispiel die Gesundheitsvorsorge der Firma auch für gleichgeschlechtliche Angehörige von Angestellten. Und mit Rich Ross hat Disney sogar einen offen schwulen Leiter der Filmabteilung, der für alle Studios – wie zum Beispiel Touchstone, Miramax oder Pixar – verantwortlich ist. Seine ersten Erfolge hatte Ross übrigens als Chef des „Disney Channel“, wo er mit Reihen wir „High School Musical“ nicht nur die Herzen junger Mädchen höher schlagen ließ.