Transgender in Frankreich nicht mehr psychisch krank

Als erstes Land der Welt hat Frankreich Transgender von der Liste der psychischen Erkrankungen gestrichen. Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot hat diese Maßnahme bereits letzten Mai am internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHO) angekündigt.

Letzten Mittwoch war es soweit: Durch ein Dekret des Ministeriums wurde die Streichung offiziell. „Frankreich ist das erste Land der Welt, das Transsexualität nicht mehr als psychische Störung ansieht“, freut sich Joël Bedos, der IDAHO-Vertreter für Frankreich.

Sowohl international als auch innerhalb Europas ist Frankreich damit Vorreiter: Sowohl für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die American Psychiatric Association (APA) sind Transgender weiterhin psychisch erkrankt. Kämpfer für die Rechte von Transgender hoffen nun, dass WHO und APA dem Beispiel Frankreichs folgen.

Bereits im Dezember hat die zweite internationale Expertenkonferenz für HIV-Prävention bei homo- und bisexuellen sowie Transgender bereits dazu aufgerufen, Transgender als medizinisches Problem und nicht mehr als psychische Erkrankung zu sehen, um Transgendern zu helfen, das Stigma einer Geisteskrankheit loszuwerden.

Auch Homosexualität galt lange als psychische Erkrankung: Von der WHO-Liste der psychischen Störungen wurde sie erst 1990 gestrichen.