Mob wollte Homo-Ehe in Kenia stürmen

In Kenia hat eine wütende Menge die erste private Schwulenhochzeit verhindert: Die Menge stürmte die von dem Paar angemietete Villa und zerrte die Männer nach draußen. Zu ihrem eigenen Schutz wurden sie von der Polizei verhaftet, was jetzt mit ihnen geschieht, ist noch unklar.

Die private Zeremonie, bei der zwei Männer mit Ringen „erwischt“ worden sein sollen, fand am Freitag in der Küstenstadt Mtwapa in der Nähe der Hauptstadt Mombasa statt. Auch ausländische Gäste wurden erwartet. Allerdings sickerten Details im Vorfeld durch, woraufhin der örtliche Imam und der zuständige Bischof der Apostolischen Gemeinde sie öffentlichkeitswirksam in den Medien verdammten.

Dem entsprechend sollen es dann auch gläubige christliche und muslimische Jugendliche gewesen sein, die die Feiernden aus dem Anwesen zerrten und mindestens zwei von ihnen verprügelten. Um sie vor weiteren Gewalttaten zu schützen, nahm die Polizei die beiden Männer und drei weitere Schwule in Gewahrsam. Vor der Polizeistation und einer Klinik, in der die Betroffenen vermutet wurden, kam es zu weiteren Protesten.

Was mit den Männern weiter geschieht, ist unklar: Homosexualität ist in Kenia nach einem Gesetz aus der britischen Kolonialzeit verboten. Es drohen bis zu 14 Jahre Haft, das Gesetz wird aber nur noch selten angewandt. Dem entsprechend berichtet die BBC, dass den Männern nun hohe Haftstrafen drohen.

Allerdings soll es in einigen Städten Kenias, darunter auch Mtwapa, eine rege schwule Szene geben. Um Schwule bei Maßnahmen zur HIV-Prävention besser zu erreichen, geht die Regierung mittlerweile auch auf die Community zu. Auch Grace Kakaj, die zuständige Polizeichefin, hat die Freilassung der Männer versprochen und gesagt, es werde keine Anklage erhoben. Sie sagte, ihre Beamten sollten vor allem die Männer „vor den Jugendlichen, die nach ihrem Blut schrien“, schützen. Berichten von lokalen Medien zufolge haben die Polizisten auch versucht, beruhigend auf die Demonstranten einzureden. Verhaftet hat sie allerdings keinen der Gewalttäter.

Die beiden Männer, die in Mtwapa heiraten wollten, wären nicht das erste schwule Paar aus Kenia gewesen, das sich das Ja-Wort gegeben hätte: Im Jahr 2005 haben zwei männliche Staatsangehörige in Großbritannien eine Eingetragene Partnerschaft geschlossen.