Berliner Senat kämpft gegen Homophobie

Auch, wenn Berlin derzeit als „schwule Hauptstadt Europas“ gilt – fast jeden Tag verzeichnen die Behörden eine Gewalttat gegen Lesben und Schwule. Zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle hat der Senat der deutschen Hauptstadt jetzt ein eigenes Programm beschlossen. Insgesamt 2,1 Millionen Euro sind dafür in diesem Jahr und 2011 vorgesehen. Damit setzt der Senat einen Beschluss des Abgeordnetenhauses vom April letzten Jahres um. Damals haben alle Parlamentarier einstimmig Aktionen gegen die zunehmende Homophobie in Berlin beschlossen.

Etwa 200 Gewalttaten waren es im letzten Jahr, von körperlicher Gewalt, verbalen Beleidigungen wie „schwule Sau“ bis zu Mobbing von homosexuellen Jugendlichen durch Mitschüler. Mit insgesamt 59 Maßnamen will der Senat jetzt dagegen ankämpfen. Teil des Programms mit dem fast schon literarischen Titel „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ sind Weiterbildungen von Lehrern, Sozialarbeitern in Schulen und Jugendeinrichtungen, Verwaltungsmitarbeitern und Polizisten.

Eigene Programme für Migranten sind genauso vorgesehen wie die Thematisierung von Homosexualität im Sexualkundeunterricht der Schulen oder eine berlinweite Kampagne zum Thema sexuelle Vielfalt. Ebenfalls verbessert werden soll der Opferschutz: Hier sollen die Angebote ausgeweitet werden, um Betroffene nach der Tat psychologisch zu betreuen.