Geregeltes Fremdgehen fördert schwules Liebesleben

Schwule wollen nicht treu sein – zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommt nun eine Studie der San Francisco State University. Jeder zweite geht dieser Studie zufolge mit Einwilligung seines Partners fremd.

Drei Jahre lang haben die Forscher 556 männliche Paare der Region San Francisco beobachtet. Gut fünfzig Prozent von ihnen bleiben in der Beziehung nicht sexuell treu: „Die Paare, die Sex mit Außenstehenden erlaubt haben, haben meist Regeln vereinbart, die die Häufigkeit der sexuellen Kontakte einschränkten oder die Auswahl der Partner“, heißt es in einem ersten Bericht der Universität.

Den Paaren nützen die Seitensprünge: Dadurch können sie besser über ihre sexuellen Bedürfnisse und Erwartungen sprechen, heißt es in der Studie. Es werde mehr über das Thema geredet, weil die Vereinbarungen für Sex außerhalb der Beziehung immer wieder neu getroffen werden müssen. Dadurch bekommt dieser eine andere Bedeutung, erklärt Studienleiterin Colleen Hoff gegenüber der „New York Times“: „Bei Heterosexuellen wird das als Affäre oder Fremdgehen bezeichnet. Bei Schwulen hat das nicht so negative Assoziationen.“ Wenn der Sex außerhalb der Beziehung nicht geheim sei, könne man auch nicht von „Betrügen“ reden, so Hoff.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wie offen eine Beziehung ist, hat keinen Einfluss darauf, wie glücklich das Paar ist – entscheidend dafür ist die Ehrlichkeit in der Beziehung.