Kanzler kondoliert Dohnals Lebenspartnerin

Wenn ein ehemaliges Regierungsmitglied stirbt, gibt die Bundesregierung in den großen Tageszeitungen Österreichs Traueranzeigen auf. So auch bei einer verdienten Politikerin wie Johanna Dohnal, von 1979 bis 1995 Frauenstaatssekretärin und -ministerin.

Das besondere bei der Traueranzeige für Dohnal ist der letzte Satz: „Unser tiefes Mitgefühl und unsere ganze Anteilnahme gelten ihrer Familie und ihrer Lebenspartnerin“. Damit wird zum ersten Mal in der Geschichte Österreichs eine homosexuelle Beziehung bei einem (ehemaligen) Regierungsmitglied offiziell gewürdigt.

Dohnal verbrachte ihre letzten Jahre mit Annemarie Aufreiter in ihrem gemeinsamen Haus in Mittergraben bei Hollabrunn. Wie der „Kurier“ berichtet, war Aufreiter nicht nur Lebenspartnerin, sondern auch die Organisatorin für die Termine Dohnals, chauffierte sie dorthin. „Die beiden wirkten sehr harmonisch“, beschreibt die Tageszeitung die Beziehung der beiden.

Eine Harmonie, die in den ersten Nachrufen oft verschwiegen wurde. Statt dem üblichen Satz, dass die Verstorbene Mann und Kinder hinterlässt, schrieben die meisten Zeitungen und Internetportale zunächst nur von der Tochter und den Enkeln, und davon, dass auch Dohnals Sohn schon verstorben ist.

Dass jetzt auch Dohnals Partnerin in der Traueranzeige der Bundesregierung gewürdigt wird, ist wohl der letzte Sieg Dohnals im Kampf um Gleichstellung.