Homos sollen sich in Malawi festnehmen lassen

In Malawi widerspricht sich die Regierung mit ihrer Lesben- und Schwulenpolitik derzeit selbst: Auf der einen Seite fordert sie Homo-Aktivisten auf, öffentlich in Erscheinung zu treten – auf der anderen Seite droht sie ihnen mit der Verhaftung.

Malawi war in den letzten Wochen international in die Kritik geraten, nachdem in dem afrikanischen Land zwei Männer wegen Homosexualität verhaftet worden sind. Daraufhin sind in den großen Städten des Landes Aufkleber mit dem Slogan „Homo-Rechte sind Menschenrechte“ aufgetaucht.

Das hat Kingsley Namakhwa, Sprecher der Regierung, nach Angaben der BBC dazu gebracht, die Urheber der Kampagne aufzurufen, „in die Öffentlichkeit zu treten“. Da auch Werbung für Homosexualität in Malawi illegal ist, drohte er ihnen allerdings gleichzeitig Strafen an. Und dabei ist die Regierung nicht zimperlich: Ein 21-Jähriger, der beim Aufkleben der Sticker in der Innenstadt von Blantyre erwischt wurde, wurde wegen Unruhestörung verurteilt und muss nun 60 Tage lang das Amtsgericht putzen.

Namakhwa betonte in dem Interview auch, dass es in Malawi kein Problem mit Homosexualität gebe: „Für die malawische Regierung gibt es derzeit nur zwei Schwule im Land“, so Namakhwa über das verhaftete Paar. Dieses ist bereits seit zwei Monaten in Untersuchungshaft, alle Kautionsanträge wurden abgelehnt. Ihnen drohen bis zu 14 Jahren Haft.