ORF-Olympiaberichte homophob und sexistisch?

Schwere Vorwürfe erhebt die lesbischwue Szene gegen den ORF: So sei die Berichterstattung bei den Olympischen Spielen in Vancouver „homophob“ und „sexistisch“.

Blogger Johannes Albrecht Geist fiel dabei vor allem ein Bericht über Athletinnen im Olympia-Magazin vom 18. Februar unangenehm auf. Dort wurde auch über lesbische und bisexuelle Sportlerinnen berichtet, ohne ihre sexuelle Orientierung explizit zu nennen. Dafür wurde sie, so Geist, „in unglaublich sexistischer und mehr als ’schlüpfriger‘ Weise“ thematisiert. So war unter anderem in dem Beitrag „davon die Rede (Tenor bzw. teilweise direkt so formuliert), dass diese Frauen ‚von Männern nicht zu unterscheiden‘ seien, es wurden die angeblich ‚fragwürdigen weiblichen Reize‘ [in machohaft-fragendem Tonfall] angesprochen, und es wurde bemerkt, dass die gezeigten Frauen ‚SO sicher nicht auf das andere Geschlecht aufmerksam machen dürften'“, erinnert sich Geist. Unterlegt wurde der Beitrag auch noch mit dem Stöhn-Klassiker „Je t’aime“ von Jane Birkin und Serge Gainsbourg.

Überraschend ist die tendenziöse Berichterstattung der ORF Sportredaktion für Geist nicht: „Die TV-Sportredaktion des ORF ist ja seit Jahren – zumindest meiner Einschätzung nach – für ihre immer wieder unglaublich sexistischen und homophoben Beiträge und Kommentare bzw. Kommentatoren bekannt, wie ich dies ja bereits anlässlich der olympischen Sommerspiele in Athen hinlänglich anhand zahlreicher Beispiele untermauert habe.“, schreibt er weiter.

Der ORF selbst schweigt zu den Vorwürfen – eine Anfrage von GGG.at wurde noch nicht beantwortet.