Katholische Erpressung wegen Homo-Ehe geht weiter

Die Erpressungsversuche der römisch-katholischen Kirche gegen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in der US-Hauptstadt Washington D.C. gehen weiter: Um homosexuellen Ehepartnern von Angestellten nicht die gleichen Vergünstigungen gewähren zu müssen wie heterosexuellen, streichen die kirchlichen Wohlfahrtseinrichtungen einfach freiwillige Sozialleistungen für alle Ehepaare.

Die römisch-katholischen Sozialdienste in Washington D.C. sind in der Firma „Catholic Charities“ zusammengefasst. Diese erhält jährlich 22 Millionen Dollar Förderung von der Stadt, ist dadurch aber auch verpflichtet, Diskriminierungen gegenüber Arbeitnehmern und Kunden zu vermeiden.

Einem Memo zufolge gilt die neue Regelung für allen neu eingestellten Mitarbeiter_innen und für all jene Mitarbeiter, die bis jetzt noch keine Sozialleistungen für den Ehepartner bezogen haben. „Catholic Charities“ hat in Washington D.C. und in Teilen des benachbarten Maryland etwa 800 Mitarbeiter, von denen ca. 100 Sozialleistungen für ihre Ehepartner in Anspruch nehmen.

Das betrifft vor allem die Krankenversicherung. Diese ist in den USA privatwirtschaftlich organisiert. Oft gewähren Firmen auch den Partnern von Angestellten Zugang zu günstigeren Firmenkonditionen, was für viele Familien der einzige Weg ist, sich eine Versicherung zu leisten. Mit dem Vergünstigungs-Stopp ist der bisher gute Ruf der katholischen Kirche, den sie bisher aufgrund ihrer freiwilligen Leistungen für Arbeitnehmer hatte, stark beschädigt.

Dass es auch anders geht, ohne das Gesicht zu verlieren, zeigt die römisch-katholische Kirche in San Francisco: Statt des Ehepartners kann dort „eine zweite im Haushalt lebende erwachsenen Person“ die Vergünstigungen in Anspruch nehmen.