Anti-Homo-Politiker nach Besuch in Schwulenbar verhaftet

Wenn ein Politiker betrunken am Steuer erwischt wird, ist es peinlich. Wenn er einen unbekannten Mann neben sich hat, gibt es Erklärungsbedarf. Und wenn es sich dabei um einen Senator handelt, der gegen Schwule wettert, aber den Mann in einer Gay-Bar aufgegabelt hat, ist der Skandal perfekt.

Roy Ashburn ist republikanischer Senator in Kalifornien. Für seine lesben- und schwulenfeindliche Politik wurde er von der erzkonservativen „Capitol Resource Family Impact Group“ mit 100% Zustimmung bewertet, Ashburn organisierte auch Märsche gegen die Homo-Ehe. Im Senat des US-Bundesstaates hat er wiederholt gegen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule, die Einführung eines Harvey-Milk-Tages oder eine Erweiterung des Versicherungsrechts auf gleichgeschlechtliche Paare gestimmt. Doch nun bröckelt das Bild vom strammen heterosexuellen Konservativen mit vier Kindern.

Denn die Autobahnpolizei hat Ashburn am Mittwoch um 2 Uhr morgens in Sacramento verhaftet, weil er mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut gefahren ist. Neben ihm saß „ein männlicher Passagier, der nicht als Politiker identifiziert wurde“, wie es im Polizeibericht heißt. Zuvor war er, wie sich herausstellte, im „Faces“, einer beliebten Schwulenbar der kalifornischen Hauptstadt.

„Ich bedauere meine Handlungen zutiefst und biete keine Entschuldigung für mein lausiges Verhalten an. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Tat und bin bereit, dafür die Konsequenzen zu übernehmen. Ich bedauere ernsthaft die Folgen, die dieser Vorfall für jene hat, die mich unterstützen und mir vertrauen – meine Familie, meine Wähler, meine Freunde und meine Kollegen im Senat“, so Ashburn in einer Stellungnahme.

Die Amtszeit von Ashburn läuft heuer aus. Zur Überraschung seiner Unterstützer hat er nicht bekanntgegeben, für das US-Repräsentantenhaus oder die kalifornische Steuerkommission zu kandidieren. Das hatte er im Vorjahr noch geplant.