Florida will keine schwulen Filmfiguren fördern

Konservative Abgeordnete im US-Bundesstaat Florida wollen Filme und Fernsehserien, in denen es schwule oder lesbische Figuren gibt, bei der staatlichen Filmförderung benachteiligen. So sollen „traditionelle Familienwerte“ gefördert werden, meint die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus von Florida.

Produktionen mit homosexuellen Charakteren seien „nicht gerade das, wofür wir unsere Steuer-Dollars investieren wollen“, meint der republikanische Abgeordnete Stephen Precourt am Dienstag gegenüber der „Palm Beach Post“.

Dem Gesetzesentwurf zufolge sollen nur jene Produktionen in den Genuss einer Steuererleichterung von bis zu fünf Prozent kommen, die von den örtlichen Tugendwächtern als „familienfreundlich“ eingestuft werden. Das ist eine Sendung, wenn sie „verschiedene Generationen anspricht“ und „die verantwortungsvolle Lösung von Problemen“ zeigt. Nicht förderungswürdig sind für die konservativen Parlamentarier hingegen Filme, in denen geraucht oder geflucht wird und in denen nackte Menschen oder Sexszenen vorkommen. Mit den strengen Regeln glauben Republikaner, mehr Jobs in der Filmindustrie in Florida zu schaffen.

Bürgerrechtsgruppen protestieren gegen den Entwurf: Er fördere Diskriminierung mit Steuergeldern. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Politik Floridas als offen homofeindlich präsentiert: So ist Florida ist der einzige US-Bundesstaat, der Einzelpersonen sowie Lesben und Schwulen die Adoption eines Kindes explizit verbietet. Dieses Gesetz geht auf die „Save our Children“-Kampagne aus dem Jahr 1977 zurück: Damals protestierte die ehemalige Schönheitskönigin Anity Bryant gegen ein Gesetz, das Schwulen und Lesben vor Diskriminierung schützen sollte. Als Reaktion auf die emotional geführte Debatte wurde damals nicht nur das Diskriminierungsverbot wieder zurückgenommen, sondern auch das Adoptionsverbot erlassen.