Razzia in Schwulensauna erhitzt Gemüter

Eine Razzia in der Grazer Schwulenszene erhitzt derzeit die Gemüter in der steirischen Landeshauptstadt. Wie die Wochenzeitung „Der neue Grazer“ berichtet, hat die Polizei die neu eröffnete Schwulensauna „Babylon“ in der Feuerbachgasse durchsucht.

Die Vermutung der Beamten: In dem Lokal, das früher ein Bordell und dann ein Swinger-Club war, würde weiterhin Sex gegen Geld angeboten werden – diesmal von Transen und Strichern. Vor Ort bestätigten sich die Gerüchte nicht.

So musste auch Roman Ulrich von der Gruppe für Sittlichkeitsdelikte in der Polizeidirektion Graz dem „Grazer“ gegenüber zugeben: „Wir haben kontrolliert, aber keine Bordelltätigkeit feststellen können.“ Beschlagnahmt wurden allerdings Getränke, die sexuell stimulierend wirken sollen – auch, wenn sie keine illegalen Substanzen enthalten.

Wie es zu dem Gerücht, im „Babylon“ würde der Prostition nachgegangen, kam, ist unklar – Geschäftsführer Jürgen Steiner distanziert sich: „Wir führen den früheren Swinger-Club als reinen Sauna-Treff, jeder ist willkommen“, zitiert ihn der „Grazer“.

Auf jeden Fall ist der Artikel für das Gratis-Blatt eine gute Gelegenheit, alte Vorurteile gegen Lesben und Schwule aufzuwärmen. Denn das Szenelokal „Loft“, das ebenfalls Steiner führt, wird in dem Artikel zu einem „Lokal, das gerne von Homosexuellen frequentiert wird“.

Und so ärgert auch der letzte Satz des Artikels die Grazer Community: „Vor allem die Nähe zur Schule macht die Polizei natürlich sensibel, weitere Kontrollen sind vorgesehen“ – Homosexualität wird von einigen steirischen Provinzjournalisten offenbar immer noch mit Prostitution und Kindesmissbrauch gleichgesetzt.