Diözese Graz-Seckau greift gegen Missbrauchs-Priester durch

Die Diözese Graz-Seckau greift in der Missbrauchs-Causa hart durch: Die Priester der Gemeinden Graz-Puntigam, Gußwerk und des Pfarrverbandes Deutschlandsberg wurden dienstfrei gestellt.

Einer der drei Geistlichen soll vor 20 Jahren einen Jugendlichen auf einer Urlaubsreise missbraucht haben. Nach einer entsprechenden Meldung bei der Ombudsstelle wurde der Geistliche dazu befragt. Er gestand die Tat und legte die Leitung seiner Pfarren sofort nieder.

Die beiden anderen Priester wurden bereits verurteilt: „In einem Fall war es ein schwerer Kindesmissbrauch, in einem anderen Fall war es eine damals noch strafrechtlich relevante homosexuelle Tat mit einem 17-Jährigen“, so der Sprecher der Diözese Graz-Seckau, Georg Plank. Damit meint er den mittlerweile aufgehobenen §209 StGB, der für schwule Beziehungen ein höheres Schutzalter vorsah als für heterosexuelle und lesbische. Mittlerweile wurde die Altersgrenze einheitlich auf 16 Jahre gesenkt.

Beide Priester wurden damals verurteilt und versetzt, machten eine Therapie und standen seitdem unter verschärfter Beobachtung: „Nach unserem derzeitigen Wissensstand gab es nach diesen einmaligen Vorfällen keine neuen Fälle. Aber auch das wollen wir überprüfen, um wirklich sicherzustellen, dass die maximal mögliche Sicherheit gegeben ist“, so Plank.