Schwules Paar aus Malawi kommt im April vor Gericht

In Malawi wird einem schwulen Paar, das im Dezember zwei Tage nach seiner Verlobungsfeier verhaftet wurde, der Prozess gemacht: Anfang April müssen sich der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga und der 26-jährige Steven Monjeza vor dem Richter für ihre sexuelle Orientierung verantworten. Das berichtet das Nachrichtenportal QueerNews.

Das Ansuchen auf Kaution wurde von den Behörden bereits zweimal abgelehnt, im Falle einer Verurteilung drohen ihnen wegen „widernatürlicher Unzucht“ und „schamlosem Verhalten“ bis 14 Jahre Haft.

Doch die beiden Paragraphen, auf die sich die Anklage stützt, könnten verfassungswidrig sein: Der Menschenrechtsexperte Chrispine Sibande weist darauf hin, dass die Verfassung Malawis Gewissensfreiheit, Privatsphäre und Redefreiheit auch hinsichtlich der sexuellen Orientierung schützt.

Einen Effekt hat die Anklage auf jeden Fall: Zum ersten Mal wird in Malawi über Menschenrechte von Schwulen und Lesben gesprochen – auch, wenn Politiker, Kirchenvertreter und Teile der Presse in dem Thema eine aus dem Ausland gesteuerte „schwule Agenda“ sehen.

Die Regierung scheint auf jeden Fall umzudenken: Wie die BBC berichtet, überlegt sie sich, künftig mit dem Thema Homosexualität offener umgehen. Damit soll auch die HIV/Aids-Prävention effektiver werden. Sogar die Kirche Malawis „wagt sich“ laut Radio Vatikan an das Thema Homosexualität, „um eine gemeinsame Haltung in dieser Frage zu finden“.