US-Militär weicht „Don’t Ask, Don’t Tell“ auf

Auch, wenn die umstrittene „Don’t Ask, Don’t Tell“-Regel (DADT) in den US-Streitkräften noch immer gilt und schwule Militärangehörige sofort entlassen werden müssen, hat Verteidigungsminister Robert Gates den Ausschluss homosexueller Soldaten jetzt erschwert.

Wie GGG.at gestern angekündigt hat, stellte Gates in Washington die neuen Regeln für den Umgang mit schwulen und lesbischen Soldaten vor – der Umgang soll jetzt „gerechter und angemessener“ werden.

So soll künftig vermieden werden, dass schwule oder lesbische Soldaten wegen einer anonymen Denunzierung durch Dritte aus der Armee ausgeschlossen würden.

Auch Informationen über die sexuelle Ausrichtung, die das Militär von Anwälten, Geistlichen oder Ärzten erhalten hat, dürfen nicht mehr zur Kündigung führen. Auch Opfer gleichgeschlechtlicher häuslicher Gewalt sollen ebenfalls nicht mehr automatisch ihren Job verlieren. Künftig muss weiters jeder einzelne Fall von einem hochrangigen Offizier überprüft werden. Bis jetzt hatten auch niedere Ränge dieses Recht.

Kongress und Streitkräfte der USA beraten derzeit über ein Ende von DADT. Gates hatte bereits im letzten Monat angekündigt, die DADT entschärfen zu wollen. Gleichzeitig soll eine Expertenkommission Empfehlungen für eine vollständige Abschaffung des Gesetzes ausarbeiten. Die Ergebnisse dieser Kommission sollen in etwa einem Jahr vorgelegt werden.

Seit diese Regelung im Jahr 1993 erlassen wurde, mussten mehr als 13.000 Armeeangehörige ihren Hut nehmen, weil ihre Homosexualität bekannt wurde – darunter auch viele Spezialisten, die derzeit händeringend gesucht werden. Der ranghöchste US-Militär, Generalstabchef Mike Mullen, hat sich deshalb vor kurzem dafür ausgesprochen, Lesben und Schwule ohne jede Einschränkung dienen zu lassen. Andere Militärs, aber vor allem konservative Republikaner, haben sich für eine Beibehaltung von DADT ausgesprochen.