Ricky Martin ist ein „stolzer schwuler Mann“

Latino-Sänger Ricky Martin hat sich nun offiziell geoutet: „Ich bin stolz, zu sagen, dass ich ein glücklicher schwuler Mann bin“, sagte der 38-jährige Puertoricaner auf RickyMartinMusic.com: „Ich bin sehr froh zu sein, wer ich bin.“

Gerüchte, dass Martin schwul sein könnte, gab es mehr als genug. Deshalb überrascht am Outing eher die Tatsache, dass es passiert ist, als der Fakt, dass der Sänger auf das eigene Geschlecht steht. Wie Martin schreibt, hätten ihm seine Berater immer dazu geraten, mit Blick auf seine Fangemeinde und seine Karriere zu diesem Thema zu schweigen. So hat er vor zehn Jahren bei US-Talkmasterin Barbara Walters der Karriere zuliebe noch gelogen: “Ich bin ein moderner Mensch, lebe ein erfülltes Leben, fühle keine Hindernisse in mir. Wenn ich homosexuell wäre, warum sollte ich es nicht zugeben? Ich bin ein normaler Mensch. Ich liebe Frauen und Sex. Ich bin ein echter heißblütiger Puertoricaner, aber ich fühlte mich nie zum eigenen Geschlecht hingezogen.“

Der Grund, mit seiner sexuellen Orientierung nach all den Jahren doch an die Öffentlichkeit zu gehen, sind seine beiden Zwillinge Matteo und Valentino, die eine Leihmutter ausgetragen hat und die heuer zwei Jahre alt werden. „So weiterzuleben, wie ich es bis heute gemacht habe, würde heißen, indirekt den Glanz zu vermindern, mit dem meine Kinder geboren wurden. Diese Jahre des Schweigens und Nachdenkens haben mich stärker gemacht und haben mich erinnert, dass Anerkennung von innen kommen muss und diese Art der Wahrheit mir die Kraft gibt, Emotionen zu überwinden, von denen ich bis jetzt nicht einmal wusste, dass es sie gibt“, so Martin. “Von heute an übernehme ich komplett die Verantwortung für alle meine Entscheidungen und alle meine Handlungen“, teilt der Sänger nun mit.

Den endgültigen Anstoß, sich offiziell zu outen, gab Martin das Schreiben seiner Memoiren: „Von dem Moment an, als ich den ersten Satz schrieb, war ich mir sicher, dass das Buch ein hilfreiches Instrument sein würde, um mich von Sachen zu befreien, die ich lange mit mir herumgetragen habe.“

Nach dem offiziellen Coming Out brach eine Welle der Unterstützung aus der lesbischwulen Community über den Sänger herein. Jarrett Barrios, Präsident der „Gay, Lesbian Alliance Against Defamation“ (GLAAD) sagt: „Wenn jemand wie Ricky Martin sein Coming Out hat, haben hunderte Millionen Menschen eine kulturelle Verbindung mit einem Künstler, einem Promi – und vielleicht am wichtigsten – einem Vater, der schwul ist. Seine Entscheidung für diese Offenheit und Ehrlichkeit kann zu mehr Akzeptanz führen, für unzählige Leute in den USA, Lateinamerika und der ganzen Welt.“

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