Missbrauchte „Homo-Heiler“ männliche Patienten?

In Kanada ist ein führender selbsternannter „Homo-Heiler“ angeklagt worden, mindestens dreißig seiner männlichen Patienten sexuell missbraucht zu haben.

Die Vorwürfe betreffen den Psychiater Dr. Aubrey Levin, der auch an der Universität von Calgary lehrt. Ein 36-jähriger Patient soll den Arzt gefilmt haben, als sich ihm der 71-Jährige sexuell näherte. Der Patient gibt an, schon über mehrere Jahre hinweg belästigt worden zu sein. Nach der Verhaftung von Levin haben sich 29 weitere Opfer bei der Polizei gemeldet, die Polizei hat mittlerweile eine eigene Hotline eingerichtet.

Im Zuge der Berichterstattung wurde auch die Vergangenheit des Arztes bekannt: In seiner ehemaligen Heimat Südafrika ist er als „Dr. Shock“ bekannt: Während der Arpartheid war er leitender Psychiater für das südafrikanische Militär und wird dort gravierender Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. Nach dem Ende der Arpeidheit flüchtete er nach Kanada.

Damals war auch die Einstellung Levins zu Homosexualität eine andere: Dort war er dafür berüchtigt, Soldaten, die für schwul gehalten wurden, mit Elektroschocks „heilen“ zu wollen.

In einer geheimen Militärbasis nahe Pretoria leitete er Experimente, die an Lesben, Schwulen, Drogensüchtigen und Pazifisten durchgeführt wurden. Allein zwischen 1971 und 1989 sollen von der südafrikanischen Armee mehr als 900 erzwungene Geschlechtsumwandlungen vorgenommen worden sein.

In den 1960er Jahren rühmte er sich vor einem Ausschuss des südafrikanischen Parlaments, der über die Legalisierung von Homosexualität beraten hatte, Schwule mit Medikamenten und Elektroschocks heterosexuell machen zu können.

Dass dies nutzlos ist, dürfte Levin auch aus dem Selbstversuch wissen.