Mehr Geld für lesbischwule Vereine in Wien

Wiens lesbischwule Initativen bekommen etwas mehr Geld von der Stadt: Die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger will einen eigenen Fördertopf für Projekte im Lesbischwulen- und Transgenderbereich füllen. Der neue Fördertopf soll jährlich mit 20.000 Euro dotiert werden. Der zuständige Ausschuss des Wiener Gemeinderates entscheidet über die Initiative der Stadträtin am 16. April.

„Mir geht es darum, die vielen Vereine, die in der Wiener Lesben-, Schwulen- und Transgenderbewegung aktiv sind, zu unterstützen. Im Kampf gegen Diskriminierungen und Homophobie sind diese Vereine unverzichtbare PartnerInnen der Stadt“, so die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin.

Mit dem „queeren Kleinprojektetopf“ sollen Projekte unterstützt werden, die Diskriminierungen von Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen aufzeigen oder diskriminierte Menschen unterstützen. Auch „Projekte, die die gesellschaftliche Teilhabe homosexueller Menschen und Transgenderpersonen fördern oder die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung positiv beeinflussen“, sind willkommen.

Erwartungsgemäß positiv sieht Peter Traschkowitsch von der sozialdemokratischen Homosexuelleninitiative SoHo Frauenbergers Vorstoß. „Aus der Verantwortung möchte ich jedoch auch nicht die Community-Lokale, auf Gewinn ausgerichtete Webseiten und die Wirtschaft nehmen. Auch sie sollten sich einen Beitrag überlegen, wie die Arbeit von NGOs aus ihrer Sicht gefördert werden könnte“, so Traschkowitsch.

Vorsichtig optimistisch stehen die Grünen den Plänen Frauenbergers gegenüber. Marco Schreuder, Gemeinderat und Sprecher der „Grünen Andersrum“, sieht den „queeren Kleinprojektetopf“ als „richtigen Schritt in die richtige Richtung“. Einziger Wermutstropfen ist für Schreuder die Größe des Budgets: „Die Gesamtsumme von 20.000 Euro für den Projektetopf scheint mir aber deutlich unterdotiert“, so Schreuder. Er weist darauf hin, dass in Berlin vor kurzem 2,1 Millionen Euro für Maßnahmen gegen Diskriminierung und Homophobie freigegeben wurden.

Über die Förderanträge soll ein Beirat unter dem Vorsitz der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (WASt) entscheiden. Die WASt ist auch für die Förderanträge verantwortlich. Die ersten Anträge können, so der Gemeinderat zustimmt, noch vor dem Sommer gestellt werden.