Vatikan-Vize unterstellt Schwulen Pädophilie

Für Kopfschütteln sorgt die Nummer zwei im Vatikan, Kardinal Tarcisio Bertone: Er hat vor Journalisten eine Verbindung zwischen Pädophilie und Homosexualität hergestellt.

Bei einem Besuch in Chile am Montag verteidigte Bertone den Zölibat: „Viele Psychologen und Psychiater haben bewiesen, dass es keine Beziehung zwischen Zölibat und Pädophilie gibt“, sagte der Außenminister des Vatikans. Andere hätten wiederum gezeigt, dass es „eine Beziehung zwischen Homosexualität und Pädophilie gibt“, behauptete er. „Das ist das Problem.“

Außerdem habe die Kirche „niemals Ermittlungen gegen pädophile Priester behindert“, ergänzte er die Sicht des Vatikans auf die Missbrauchsvorwürfe.

Unterstützung bekommt er für diese Linie von dem fundamentalistisch-konservativen Laienportal kreuz.net. Einen Artikel über einen norwegischen Priester, der Kinder misshandelt haben soll, stellen die anonymen Autoren unter die Überschrift: „Und wieder ist es ein homosexuelles Vergehen“.

Damit bestätigt sich eine Theorie, die US-Schauspielerin Roseanne Barr in ihrem Blog aufgestellt hat: „Die Pädo-Priester wollen die Zahl der kleinen Mädchen, die sie misshandelt haben, vertuschen. Als ob das nicht so wichtig ist wie das, was den Burschen widerfahren ist“, schreibt die 57-Jährige. Sie glaubt, dass die Zahl der von Priestern vergewaltigten Mädchen „doppelt so hoch“ ist wie die der Burschen. „Die wollen das vertuschen, um schwule Priester zu beseitigen und ihnen die Schuld zu gehen.“