Deutscher Teamtorwart gegen Spieler-Coming-Out

In einem Interview mit dem Boulevardmagazin „Bunte“ hat sich der deutsche Nationaltorwart Tim Wiese gegen ein Outing schwuler Fußballprofis ausgesprochen.

Wiese ist überzeugt, dass es sich ein Fußballspieler nicht erlauben kann, sich als schwul zu outen: „Der würde von den Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Machosport“, erklärt der 28-Jährige, der bedauert, dass „Fans da so erbarmungslos sind“.

Der gleichen Meinung ist der renommierte Sportsoziologe Gunter A. Pilz. „Die Konsequenzen wären glasklar: Der Fußballer sähe sich einem Spießrutenlauf ausgesetzt“, sagte das Mitglied der Ethik-Kommission in der Europäischen Fußball-Union UEFA gegenüber der Zeitschrift „Focus“.

Bis jetzt hat sich in Deutschland noch kein schwuler Profifußballer geoutet. Vereinzelt gibt es Outings nach dem Ende der Karriere, wie beim ehemaligen DDR-Profi Marcus Urban, der seine Geschichte auch im Buch „Versteckspieler“ niedergeschrieben hat. Urban berichtet von Scheinheiraten und sagt, drei schwule Bundesligaprofis zu kennen, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten.

Um die Last eines Coming-Outs nicht auf einen einzelnen Spieler abzuladen, hatte Jürgen Klopp, Trainer des Erstligisten Borussia Dortmund, schwulen Spielern unlängst zu einem Massen-Coming-out geraten.