Frankreich kritisiert Bertone-Aussagen

Die Äußerungen von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, es gebe einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch, werden nun auch dem Vatikan selbst zu heiss.

„Kirchliche Würdenträger betrachten es nicht als Teil ihrer Verantwortung, allgemeine Aussagen psychologischer oder medizinischer Art zu machen“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.

Der Kardinalstaatssekretär, immerhin die Nummer zwei des Vatikans, hatte am Montag auf einer Pressekonferenz in Chile versichert, etliche Psychiater und Psychologen hätten ihm gesagt, dass zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch „eine Verbindung“ bestehe.

Diese Äußerung hat weltweit zu empörten Reaktionen geführt. In Frankreich hat das Außenministerium dazu eine eigene Pressekonferenz abgehalten. Sprecher Bernard Valero bezeichnete Bertones Aussagen als „inakzeptable Vermischung“: „Es handelt sich um eine inakzeptable Vermischung, die wir verurteilen“, sagte Valero.

„Frankreich erinnert an sein entschiedenes Engagement im Kampf gegen Diskriminierungen und Vorurteile in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung und der sexuellen Identität“, so der Sprecher des Außenministeriums. Frankreich ist damit der erste Staat, der offiziell auf die Äußerungen Bertones reagiert.