Mehr Rechte für lesbischwule Partner in US-Krankenkäusern

In den USA haben Lesben und Schwule ab sofort das Recht, in staatlich finanzierten Krankenhäusern ihre Partner zu besuchen.

Präsident Barack Obama hat das Gesundheitsministerium in einem Erlass angewiesen, die bisherigen Regelungen für Besuche zu ändern. Bis jetzt waren nur Ehepartner und Familienangehörige als Besucher in Krankenhäusern zugelassen. Außerdem sollen Lesben und Schwule zukünftig auch für ihre Partner Entscheidungen treffen dürfen, wenn diese nicht dazu in der Lage sind.

Von der neuen Regelung profitieren Schwule und Lesben, die bisher häufig nicht zum Krankenbett eines Partners vorgelassen würden, „mit dem sie vielleicht schon seit Jahrzehnten zusammenleben“, kritisiert Obama die bisherige Regelung. Jetzt könnten Lesben und Schwule in „Momenten des Schmerzes und der Sorge“, egal ob im Notfall oder bei einem längeren Klinikaufenthalt, für den Lebenspartner da sein.

Der Erlass betrifft die meisten Krankenhäuser in den USA. Diese dürfen künftig niemandem mehr aufgrund seiner Hautfarbe, Herkunft, Religion, Behinderung, seines Geschlecht oder seiner sexuellen Orientierung Besuchs- oder Mitspracherechte verweigern.

Innerhalb der lesbischwulen Community der USA hält sich die Begeisterung in Grenzen: Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ bemängelt, dass der Erlass sehr spät gekommen sei. Die „New York“ Times analysierte, mit der Entscheidung habe Obama „einen Weg gefunden, schwul-lesbische Rechte zu unterstützen, ohne diejenigen zu sehr zu verprellen, die sich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen einsetzen“.

Seit seinem Amtsantritt wurde Obama wiederholt vorgeworfen, seine Wahlversprechen zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen nur sehr zögerlich einzulösen.