Deutsches Elite-Internat entlässt schwulen Lehrer

Das Elite-Internat Salem im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hat einen allseits beliebten Lehrer nach mehr als 25 Jahren Dienst wegen seiner Homosexualität zur Kündigung gezwungen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Offenbar hat die Schule Angst, durch einen offen schwulen Lehrer mit den derzeit aufgedeckten Missbrauchsfällen in Verbindung gebracht zu werden.

Das Vergehen des Pädagogen: Er hatte mit einem 17-jährigen Schüler, der zuvor wegen Rauchens von der Schule geflogen war, in einem erneuten Aufnahmegespräch offen über seine Homosexualität geredet. Durch Zufall erfuhr die Schule über das offene Gespräch. Zwar erklärte der Jugendliche, dass sich der Lehrer keineswegs aufdringlich verhalten habe und äußerst korrekt gewesen sei – doch da der „Spiegel“ gerade wegen eines anderen Missbrauchsfalls in Salem recherchierte, war die Schulleitung sensibilisiert.

Die Schulleitung empfahl dem Lehrer zu kündigen, andernfalls werde man „über arbeitsrechtliche Schritte nachdenken“. Das Verhalten des Lehrers zu dem Schüler sei – obwohl es in den letzten 25 Jahren keine Beschwerden gab – „geschäftsschädigend“. Außerdem leitete die Direktion den „Fall“ an die Staatsanwaltschaft zur Prüfung weiter. Nach deren Ergebnissen denke man über weitere Schritte nach, heißt es.

Der Mann ist nun, zwölf Jahre vor seiner Pensionierung, arbeitslos. Er hofft, wieder in Salem arbeiten zu dürfen – dabei bekommt er Rückendeckung von ehemaligen und derzeitigen Schülern.

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