Keine Homo-Werbung auf Berner Öffis?

Mit dem Vorwurf der Intoleranz sieht sich derzeit BernMobil, Betreiber der Öffis in der Schweizer Hauptstadt, konfrontiert. Die Verkehrsbetriebe weigern sich, Plakate gegen Homophobie aufzuhängen.

Die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB) haben für den Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai eine Aktion vorbereitet, die vor allem Migranten ansprechen sollte. Auf Plakaten standen Sätze wie „Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?“, unter anderem auf Türkisch, Arabisch oder Albanisch. Diese sollten flächendeckend in den öffentlichen Verkehrsmittel hängen und auf ein spezielles Beratungsangebot hinweisen.

Doch BernMobil und ein anderer Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel weigern sich, die fremdsprachigen Poster zu affichieren. „Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen“, sagt BernMobil-Mediensprecherin Annegret Hewlett.

Die HAB sind enttäuscht: „Wir verstehen nicht, warum BernMobil hier keinen Mut zeigt“, sagt Präsident Christoph Janser gegenüber der Zeitung „20 Minuten“. „Die Unternehmen fürchten sich vor allfälligen Provokationen von Ausländern“, vermuten die HAB auf ihrer Homepage. Schließlich dürften die Plakate auch in Regionalzügen anderer Betreiber aufgehängt werden. Auch für Uwe Splittdorf, Geschäftsführer der Schwulenorganisation Pink Cross, ist die BernMobil-Entscheidung „alles andere als weltstädtisch“.

Die HAB sind sich hingegen sicher, dass die Plakataktion „keine Ängste schüren oder provozieren“ wird. Sie soll im Laufe des Jahres fortgesetzt werden.