Neu entdeckte HIV-Infektionen in der Schweiz gehen zurück

In der Schweiz ist das Jahr 2009 im Kampf gegen Aids ein Wendepunkt: Wie die Zeitung „20 Minuten“ schreibt, ist die Zahl der neuentdeckten HIV-Infektionen in unserem Nachbarland wieder unter 700 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent. Einen ähnlichen Trend beobachten Schweizer Gesundheitsexperten auch für das erste Quartal 2010.

Besonders wirksam war die Prävention in der Schwulenszene. „Wir ernten nun die Früchte der Bemühungen der letzten Jahre“, freut sich Uwe Splittdorf von der Schwulenorganisation Pink Cross. Denn: „Insbesondere unter homosexuellen Männern ist das Bewusstsein für die Gefahr ge­wachsen“, erklärt Roger Staub, Sektionsleiter im Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Unklar ist, wie sich neue Therapieformen auf die Zahl der neu entdeckten Infektionen auswirken. Durch sie wird die Viruslast im Körper so gesenkt, dass das Risiko einer Ansteckung durch einen behandelten HIV-Positiven gering ist. „Die medizinischen Fort­schritte können mit ein Grund sein für die erfreuliche Bilanz, man darf sie aber nicht überbewerten“, bremst Bettina Maeschli von der Aids-Hilfe Schweiz die Erwartungen.

Denn vor allem die jüngere Generation muss immer wieder aufs Neue für die Gefahren durch den HI-Virus sensibilisiert werden: „Bei aller Freude müssen wir nun höllisch aufpassen, dass in der Bevölkerung nicht wieder eine Präventionsmüdigkeit aufkommt“, warnt Maeschli.