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Dänemark erlaubt Homo-Paaren Adoption

In Dänemark dürfen künftig gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam Kinder adoptieren. Das hat das Parlament gestern gegen den Willen von Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen und Justizminister Lars Barfoed beschlossen.

Für den Gesetzesvorschlag der Liberalen Allianz war nicht nur die gesamte linke Opposition, auch fünf Abgeordnete der rechtsliberalen „Venstre“-Partei des Ministerpräsidenten stimmten gegen ihren Chef. Damit sind in Dänemark künftig hetero- und homosexueller Paare im Adoptionsrecht gleichgestellt. Die Stiefkindadoption ist in Dänemark schon seit März 2009 möglich. Einer Umfrage zufolge befürworten 44 Prozent der Dänen diesen Schritt des Parlaments.

Lökke Rasmussen und Barfoed haben sich in der Vergangenheit vehement gegen das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule ausgesprochen. Für sie ist der Beschluss des Parlaments nicht nur eine persönliche Niederlage. Durch die Abstimmungsniederlage dürfte der Ministerpräsident, der wegen seiner mangelnden Durchsetzungsfähigkeit in der Kritik steht, weiter in die Defensive geraten. Lökke Rasmussen regiert mit einem rechtsliberal-konservativen Minderheitskabinett. Die Regierung ist im Parlament auf die Stimmen der rechtspopulistischen und islamfeindlichen Dänischen Volkspartei angewiesen.

Homosexualität ist in Dänemark heute gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert: Das Land verabschiedete bereits am 7. Juni 1989 ein Gesetz über Eingetragene Partnerschaften und war somit das weltweit erste Land, in dem gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften möglich waren. Seit 2006 ist Lesben künstliche Befruchtung erlaubt, sie haben auch Zugriff auf Samenbanken.

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