Kardinal Schönborn unterstützt monogame Homo-Paare

Einen Paradigmenwechsel in der römisch-katholischen Kirche fordert der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. Das könnte auch eine neue Bewertung schwuler und lesbischer Beziehungen bedeuten.

Bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten, unter anderem des „Standard“ und der „Wiener Zeitung“, meinte Schönborn, die Zeit sei für einen breiten Nachdenkprozess reif. Dieser dürfe auch vor „heißen Eisen“ nicht halt machen: „Beim Thema Homosexualität etwa sollten wir stärker auf die Qualität einer Beziehung sehen. Und über diese Qualität auch wertschätzend sprechen. Eine stabile Beziehung ist sicher besser, als wenn jemand seine Promiskuität einfach auslebt“, so Kardinal Schönborn.

Das sorgt für harsche Kritik konservativer Katholiken: Der St. Pöltner Moraltheologe Josef Spindelböck widerspricht Schönborn deutlich: Homosexuelle Akte seien für die römisch-katholische Kirche „objektiv schwer sündhafte Verhaltensweisen“, die als „in sich schlecht“ abgelehnt werden. Weder besondere Umstände noch subjektiv gute Motive könnten die „innere Schlechtigkeit der betreffenden Handlung“ aufheben. Im Apfel sei jedenfalls der Wurm drin, egal ob nur halb oder ganz verdorben, so Spindelböck gegenüber dem katholischen Nachrichtendienst „kath.net“.

Deutliche Worte fand der Erzbischof auch zu den Missbrauchsfällen in der römisch-katholischen Kirche: „Die Zeit des Vertuschens ist vorbei“, und mit ihr jede Form der Bevorzugung des Täterschutzes vor dem Opferschutz, so Kardinal Schönborn. Nicht zuletzt angesichts der weiterhin anhaltenden Austrittswelle sei ein breites Nachdenken notwendig.