Homo-Heiler machte Europa-Trip mit Callboy

Dass die Therapien von Homo-Heilern nicht funktionieren, beweisen sie immer wieder selbst: Jetzt wurde einer von ihnen am Flughafen von Miami entdeckt, als er mit einem Callboy von einer Europareise zurückkam.

George Alan Rekers ist ein Baptistenpfarrer und ehemaliger Berater des Weißen Hauses. In dieser Funktion hat er immer wieder Stimmung gegen Lesben und Schwule gemacht und auf die Gefahr hingewiesen, die von ihnen ausgehen soll. Außerdem ist Rekers Mitbegründer der Lobbygruppe „Family Research Council“, die gegen Homosexualität und Abtreibung Stimmung macht und engagiert sich in der „National Association for Research & Therapy of Homosexuality“ (NARTH), die sich die Umerziehung von Schwulen zu Heterosexuellen zum Ziel gesetzt hat.

Doch er selbst scheint es mit den von ihm vertretenen Werten nicht so streng zu sehen. Journalisten der „Miami Free Times“ haben Rekers – einen „alten Mann mit einem atavistischen Oberlippenbart und einem verzweifelten blonden Haarschnitt“ – am 13. April beobachtet, wie er mit einem deutlich jüngeren, nett aussehenden Mann von einer Zehn-Tages-Reise nach Madrid und London zurückkehrte. Reckers Problem: Der Mann ist ein schwuler Escort und ist unter dem Namen „Geo“ auf rentboy.com zu finden. Dort beschreibt sich der 20-jährige Puerto Ricaner als „College-Typ“ mit einem unbeschnittenen 20-cm-Gemächt und netten Hintern, der beidseitig bespielbar ist und „für alles offen, solange du mich danach fragst“.

Gefragt hat Rekers ihn einer ersten Stellungnahme zufolge nur um Tragedienste: „Ich hatte eine Operation und kann Gepäck nicht hochheben. Deswegen habe ich ihn angeheuert.“ Dass dieser seinen Lebensunterhalt als Callboy verdient, habe er angeblich erst während der Reise in Europa erfahren. Allerdings gab Rekers zu, den Burschen auf rentboy.com kennengelernt zu haben. Warum er seinen Gepäckträger auf einer Escort-Seite suchte, konnte Rekers nicht erklären – genauso wenig wie die offenbar in Europa geschehene Wunderheilung: Am Flughafen von Miami schob er den voll beladenen Gepäckwagen nämlich alleine.
Natürlich hatte er mit dem jungen Sünder keinen Sex, betont Rekers. Dafür haben sie während der Reise viel über die Gefahren von schwulem Sex und das Evangelium gesprochen, erklärt er dem schwulen Blogger Joe Jervis: „Mein Held ist Jesus Christus, der jeden liebt, sogar die in unserer Kultur verachteten Leute, einschließlich sexueller Sünder und Prostituierter. Wie Jesus Christus verbringe ich absichtlich Zeit mit Sündern mit dem Ziel, ihnen zu helfen“.

Der Escort selbst, den das Magazin „Advocate“ als „Jo-Vanni“ auf MySpace gefunden hat, schweigt über seinen prominenten Kunden: „Ich glaube nicht, dass die Leute bemerken, wie ernst das geworden ist, und ich hätte vielleicht darüber geredet, wenn meine Privatsphäre gewahrt worden wäre.“

Die Lobbygruppe „Family Research Council“ hat mittlerweile in einer Stellungnahme klar gemacht, dass sie „keinen Kontakt mit Dr. Rekers oder Kenntnis über seine Aktivitäten in den letzten zehn Jahren“ hatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass Menschen, die gegen Rechte für Lesben und Schwule wettern oder behaupten, von ihrer Homosexualität geheilt worden zu sein, dann doch bei gleichgeschlechtlichen Aktivitäten erwischt wurden. Bekanntestes Beispiel dafür ist John Paulk, ehemaliger Chef der weltweit größten Ex-Gay-Organisation „Exodus“, der im Jahr 2000 in einer Schwulenbar in Washington aufgegriffen wurde. Seine Entschuldigung: Er wollte in der Bar „nur mal pinkeln“ und wusste nicht, dass dort auch Homosexuelle verkehrten.

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