„Baltic Pride“ findet doch statt

Das Tauziehen um die „Baltic Pride“, die Lesben- und Schwulenparade in der litauischen Hauptstadt Vilnius, ist in letzter Minute für die Organisatoren gut ausgegangen: Der Oberste Verwaltungsgerichtshof Litauens hat heute einer Beschwerde der Veranstalter gegen das Verbot der Parade stattgegeben, damit kann die Parade morgen wie geplant stattfinden.

Am Mittwoch hatte das örtliche Verwaltungsgericht von Vilnius die städtische Genehmigung der Parade aufgehoben, weil der Generalstaatsanwalt von gewaltsamen Protesten gehört haben will und die Sicherheit der Parade deshalb nicht gewährleistet werden könne. Dem widerspricht der Chef der litauischen Schwulen-Liga, Wladimir Simonko. Er erklärt, die Organisatoren der Parade hätten in der Vorbereitung gut mit der Polizei zusammengearbeitet und einen Sicherheitsplan ausgearbeitet.

Es war nicht das erste Mal, dass die heurige Lesben- und Schwulenparade in Vilnius auf der Kippe stand: So hatten Gegner der Veranstaltung auf allen Ebenen versucht, die Genehmigung zu blockieren. Unter anderem hatte die Stadtverwaltung von Vilnius kurzzeitig vorgeschlagen, den Umzug auf einem ehemaligen jüdischen Friedhof am Stadtrand abzuhalten, was zu heftigen Protesten, sowohl der lesbischwulen Community als auch der jüdischen Gemeinde Litauens, geführt hatte.

Bei der morgigen Parade werden zahlreiche europäische Politiker anwesend sein, allen voran die schwedische EU-Ministerin Birgitta Ohlsson. Ulrike Lunacek, Michael Cashman and Sophie in’t Veld, die Vorsitzenden der Intergroup für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern im Europäischen Parlament werden die Parade ebenfalls durch ihre Teilnahme unterstützen. Auch der deutsche Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck befindet sich bereits in Vilnius.