Portugals Präsident unterschreibt Gesetz für Homo-Ehe

Auch in Portugal ist nun die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet. Der konservative Präsident des Landes, Anibal Cavaco Silva, will das Gesetz am Montag entgegen seiner persönlichen Ansichten nun überraschend unterschrieben.

Der Gesetzesentwurf wurde bereits vom Parlament mit den Stimmen der Mitte-Links-Parteien beschlossen, die konservativen Parteien wollten das Gesetz noch mit einem Referendum zu Fall bringen.

Staatspräsident Silva betonte, er wolle die Diskussion über die Öffnung der Ehe nicht sinnlos verlängern: Das Land müsse sich auf den Kampf gegen die Wirtschaftskrise konzentrieren und dürfe sich nicht von anderen Streitigkeiten ablenken lassen, so das konservative Staatsoberhaupt.

Damit hat ein sehr schneller Weg zur Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden: Homosexualität stand Anfang der 1980er Jahre in Portugal noch unter Strafe, seit 2001 gibt es Eingetragene Partnerschaften. Diese stellen gleichgeschlechtliche Paare in den meisten Punkten mit Ehepaaren gleich, Ausnahmen gibt es vor allem im Namensrecht, Erbrecht und bei der Hinterbliebenenpension.

Doch auch bei der Ehe gibt es einen Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Paaren: Lesben und Schwule dürfen nach wie vor keine Kinder adoptieren, auch wenn sie verheiratet sind.

Portugal ist damit das sechste Land in Europa, in dem Ehen unter gleichgeschlechtlichen Partnern möglich sind. Belgien, die Niederlande, Spanien, Schweden und Norwegen haben die Ehe bereits geöffnet.

Damit ist auch ein Appell von Papst Benedikt XVI. wirkungslos geblieben. Das römisch-katholische Oberhaupt hatte letzte Woche Portugal besucht. Dabei hat er Homosexuellen-Ehen und Abtreibungen als einige der „heimtückischsten und gefährlichsten“ Bedrohungen bezeichnet, denen die Welt gegenüberstehe. Neunzig Prozent der Bevölkerung Portugals sind römisch-katholisch.