Zwei Angriffe am Rande der Parade von Bratislava

Nur unter großen Einschränkungen fand heute nachmittag die erste lesbischwule Parade in der slowakischen Hauptstadt Bratislava statt: Weil in der ganzen Stadt rechte Gruppen unterwegs sind, musste der Marsch durch die Altstadt abgesagt werden. Die Polizei konnte die Sicherheit der Teilnehmer während des Marsches nicht mehr garantieren. Zunächst fanden Reden und Auftritte auf dem Platz statt, auf dem zunächst nur die Abschlusskundgebung geplant war.

Wie Yavus Kurtulmus, Mitbegründer des lesbischwulen Migrantenvereins „MiGaY“ der GGG.at-Redaktion berichtet, wurde aber auch diese Kundgebung gestört. Nach zwei tätlichen Angriffen innerhalb der Stadt forderten die Behörden die Teilnehmer auf, auf dem Platz zu bleiben. Wer in der Stadt spazieren gehen will, sollte alle Zeichen der Parade vorher entfernen.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde die Grüne Europaabgeordnete und Co-Vorsitzende der LGBT Intergroup, Ulrike Lunacek, während ihrer Rede von Gegendemonstranten mit Steinen beworfen. Die aktuellen Schätzungen zufolge etwa 250 Teilnehmer der Parade werden auch gegen 18.00 Uhr von der Polizei zu dem Boot begleitet werden, auf dem die Feier nach der Parade stattfinden sollte.

Damit haben die Gegendemonstranten offenbar ihr Ziel erreicht: Zu ihnen gehören vermutlich unter anderem Mitglieder der extremistische „Slovenska Pospolitost“ (Slowakische Gemeinschaft). Ihre Gegenveranstaltung findet unter dem Motto „Für die Zukunft der Familie, gegen Perverse“ abzuhalten statt. Auch von der rechtsgerichteten „Slowakische Nationalpartei“ (SNS) gab es Widerstand gegen die Parade: Ihr Abgeordneter Jakob Gajdosik wollte, dass die Parade abgesagt wird, da die Teilnahme nackter Menschen an der Veranstaltung eine Unanständigkeit sei, die ein Verbot durch die Stadt rechtfertigen würde.

Hinweis: Einen weiteren Artikel über die Reaktionen, aktuelle Entwicklungen und ein Video gibt es hier.