Bischof von St. Pölten warnt vor „homosexuellen Netzwerken“

"Können Kloster oder Diözese bedrohen"

Klaus Küng
Christian Jansky/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

„Homosexuelle Netzwerke“ vermutet der konservative St. Pöltner Bischof Klaus Küng in Priesterseminaren und Teilen des Klerus. Solche Netzwerke könnten ein Kloster oder eine Diözese sogar existenziell bedrohen, warnt Küng in der deutschen katholischen Tageszeitung „Tagespost“.

Denn in solcherart unterwanderten Gebieten bilde sich eine Atmosphäre, „die ganz bestimmte Personen anzieht, andere dagegen abstößt – zum großen Schaden der Seelsorge“, so Küng. Im schlimmsten Fall helfe dann nur mehr eine „radikale Lösung: Unter Umständen Schließung solcher Seminare und Klöster mit einem Neubeginn“, so Küng.

Kung fordert eine „besonders genaue und eingehende Prüfung“ schwuler Priester

Allerdings widersprach Küng in dem Interview führenden Amtsträgern der römisch-katholischen Kirche, die öffentlich meinten, es gebe eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie. Auch möchte Küng schwule Männer nicht prinzipiell von der Ausbildung zum Priester ausschließen, fordert aber „eine besonders genaue und eingehende Prüfung“. Den Zölibat verteidigte Küng in dem Interview.

„Homosexuelle Netzwerke“, die den Bestand einer Diözese gefährden könnten, haben dem konservativen Vorarlberger nach Niederösterreich gebracht: Er wurde als Feldkirchner Bischof im Juli 2004 als Trouble-Shooter nach St. Pölten geschickt. In seiner Eigenschaft als Apostolischer Visitator sollte die Situation in der Diözese und im Priesterseminar klären. Damals gab es massive Kinderpornografie-Vorwürfe. Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtete auch von schwulen Verhältnissen zwischen führenden Personen des Priesterseminars und Seminaristen. Am 7. Oktober 2004 wurde Küng zum Bischof von St. Pölten und damit als Nachfolger von Kurt Krenn ernannt.