Hamburger Bischöfin verurteilt Homo-Hass in der Kirche

Scharfe Worte fand die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen über die jahrhundertelange Verfolgung von Lesben und Schwulen durch die christlichen Kirchen.

Bei einem Gottesdienst in der St.-Georgskirche in Hamburg erklärte die erste lutherische Bischöfin der Welt, dass die Ausgrenzung Homosexueller nicht mit der Bibel vereinbart werden könne. Gegner der Gleichberechtigung zitieren gerne beispielsweise das 3. Buch Moses, Kapitel 18, Vers 22: „Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel.“ Diese Stellen würden aus dem Zusammenhang gerissen: „Sie zielten letztlich darauf hin, dass keiner zur Liebe missbraucht werden sollte. Und das gilt auch heute: Liebe soll geschenkt werden, in Gegenseitigkeit erfahren werden, nicht missbraucht oder mit Gewalt geschehen.“

Für die 65-Jährige ist die Kirche ein Ort der Akzeptanz alternativer Lebensformen: „Eine Kirche, die sich vom Heiligen Geist gegründet und getragen weiß, setzt sich für Liebe und Leben ein“, so Jepsen. Auch die Kirche könne sich irren und sei danach auf Vergebung angewiesen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Jepsen, eine der liberalsten Theologinnen der deutschen Protestanten, für Lesben und Schwule in der Kirche einsetzt. Vor einigen Jahren betonte sie, in der Bibel gebe es keine Verbotsschilder „für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle“. Dass sie damals ins Kreuzfeuer konservativer Kreise der evangelischen Kirche gekommen ist, hat die mutige Frau offenbar nicht verschreckt.