Kiss-In gegen homophobe Prügelei in Wien

Hohe Wellen schlägt der gestern bekannt gewordene Angriff auf ein schwules Paar im Wiener Museumsquartier am Wochenende. Das Museumsquartier (MQ) verurteilt den Anschlag, ein Kiss-In soll Solidarität mit den Opfern zeigen.

Die beiden Männer, 23 und 24 Jahre alt, wurden Samstag abend von vier Teenagern zuerst angepöbelt: „Die Jugendlichen forderten Geld, damit sie mit ihren Beschimpfungen aufhören“, berichtet Julian Wiehl, Herausgeber des Web-Magazins „Vangardist“ und Bekannter des Pärchens, gegenüber der Online-Ausgabe der Illustrierten „News“. Schließlich wurde Alejandro, der Jüngere der beiden Männer, verprügelt – bis er bewusstlos am Boden liegt. Und sogar dann lassen die Teenager nicht von ihm ab. Als sich Passanten einmischen, flüchten die Vier Richtung Mariahilfer Straße. Alejandro musste die Nacht im AKH verbringen und erstattete Sonntag bei der Polizei Anzeige.

Jetzt hofft die Polizei auf die Aufnahmen der MQ-eigenen Videoüberwachung. „Diese Aufzeichnungen könnten uns Hinweise auf die Täter liefern“, so die Exekutive zu „News“. Der Hausherr unterstützt die Polizei dabei: „Der Vorfall ist für uns absolut inakzeptabel und verabscheuungswürdig, gerade weil wir uns als prototypischen Ort der Toleranz, der Vielfalt und des Miteinander definieren. Wir arbeiten intensiv mit der Polizei zusammen, um zu einer möglichst raschen Aufklärung beizutragen“, so Wolfgang Waldner, Direktor des Museumsquartiers.

Als weit sichtbares Zeichen gegen Homophobie veranstaltet der „Vangardist“ einen Kiss-In-Flashmob: Am 16. Juni sollen sich möglichst viele schwule und lesbische Paare im MQ-Haupthof versammeln und Punkt 18.00 Uhr anfangen, gleichgeschlechtlich zu knutschen.