Regenbogenflagge in Berlin nur am CSD-Tag

Mit großen Worten und viel Geld unterstützt der Berliner Senat Maßnahmen gegen Homophobie. Doch wenn es um Maßnahmen im eigenen Wirkungskreis geht, gibt es sogar Rückschritte, beklagt der Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) Berlin-Brandenburg.

So hat die Senatsverwaltung für Inneres die zwölf Berliner Stadtbezirke und die anderen Senatsverwaltungen angewiesen, die Dienstgebäude ausschließlich am 19. Juni mit der Regenbogenfahne zu beflaggen. Bis jetzt haben einzelne Bezirke die Flaggen während der gesamten Pride-Saison hängen lassen. Die Beflaggung des Polizeipräsidiums mit der Regenbogenflagge hat vor zwei Jahren aber zu Kontroversen geführt – so hat die Polizeigewerkschaft (DPolG) die Beflaggung als „parteipolitisch zweckmäßig“ kritisiert.

Die Senatsverwaltung bezieht sich dabei auf die Beflaggungsordnung der deutschen Hauptstadt – diese würde aber den Bezirken sehr wohl die Möglichkeit geben, die Regenbogenflagge länger zu hissen, wenn es ihnen nicht von der Senatsverwaltung anders vorgeschrieben worden wären.

„‚Zeig Respekt für Lesben und Schwule‘, war heute vor dem Roten Rathaus zu lesen. Einen Respekt, den die Senatsverwaltung für Inneres mit ihrer Entscheidung vermissen lässt“, ärgert sich VelsPol-Pressesprecher Marco Klingberg. „Wir vom Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter Berlin-Brandenburg sind enttäuscht von dieser Anordnung. Sie ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich für ein Gelingen der CSD Pride Weeks, des Berliner CSD 2010, der Respect Gaymes und des lesbisch-schwulen Straßenfestes in diesem Monat einsetzen“, so Klingberg weiter, der die Entscheidung auch als „Rückschritt“ für die Senatsinitiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ sieht.