Erste gleichgeschlechtliche Ehe in Portugal

Portugal hat sein erstes gleichgeschlechtliches Ehepaar: Knapp drei Wochen, nachdem die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt wurde, haben sich Teresa Pires und Helena Paixão heute auf einem Standesamt in Lissabon das Ja-Wort gegeben.

„Gott sei Dank haben wir es endlich geschafft. Wir sind sehr glücklich“, sagten die beiden Frauen, die seit acht Jahren ein Paar sind und aus vorangegangenen heterosexuellen Ehen je eine Tochter haben. Pires und Paixão gehören zu den Ehe-Pionierinnen in Portugal: Sie haben schon 2006 versucht zu heiraten, das Gericht hat ihren Antrag damals aber abgewiesen.

Gleichgeschlechtliche Ehen gibt es in Portugal erst seit dem 18. Mai, als Präsident Aníbal Cavaco Silva einen entsprechenden Gesetzesentwurf nach langem Warten unterschrieben hatte – das Parlament hatte die Ehe-Öffnung nämlich schon im Februar beschlossen. Verheiratete schwule und lesbische Paare haben in Portugal die gleichen Rechte wie heterosexuelle, mit einer Ausnahme: Die Adoption bleibt ihnen vorerst verwehrt.

Heftige Proteste gegen das Gesetz kamen vor allem von der mächtigen römisch-katholischen Kirche, die bis zum Schluss mit einem Veto des Präsidenten spekuliert hat. Gegner der Ehe für Lesben und Schwule haben rund 90.000 Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

Damit hat Portugal eine der schnellsten Entwicklungen in der Gleichstellung von Lesben und Schwulen hinter sich: Bis 1992, also vor 18 Jahren, war Homosexualität in dem Land noch strafbar.