Erneut Attacke gegen Schwulen in Rom

Nach einer brutalen Attacke auf einen jungen Schwulen werden in Italien erneut Forderungen nach einem Anti-Homophobiegesetz laut.

Der 24 Jahre alte Mann besuchte Ende Mai eine Schwulenbar in der „Gay Street die Roma“, der Via San Giovanni in Laterano beim Kolloseum. Nach dem Besuch wurde er von vier Jugendlichen zusammengeschlagen und getreten. Er musste fünf Nächte im Krankenhaus verbringen.

Doch dieser Vorfall war kein Einzelfall: Im letzten Jahr haben sich Angriffe auf Lesben und Schwule in der italienischen Hauptstadt gemehrt. Höhepunkt war ein Brandanschlag auf eine Schwulendisco, hier ermittelt die Anti-Terrorismus-Einheit der italienischen Exekutive.

Paola Concia, Abgeordnete der linken Oppositionspartei PD, hat deshalb ein Anti-Homophobie-Gesetz ins Parlament eingebracht: „Schwule und lesbische Italiener haben ein Recht, ohne Angst und Gewalt zu leben und als Bürger erster Klasse behandelt zu werden“, so Concia. Sie ruft Abgeordnete aller Parteien auf, ihren Vorstoß zu unterstützen: „Wenn dieses Gesetz beschlossen werden soll, muss es ein Gesetz beider Lager werden.“

Mittlerweile hat auch das letzte Opfer der Gewaltserie an Ministerpräsident Silvio Berlusconi appeliert, das Gesetz zu unterstützen: „Ich glaube, wir brauchen konkrete Gesetze, und ich möchte Premier Berlusconi dazu aufrufen, das Gesetz gegen Homophobie zu befürworten“, so der 24-Jährige, der anonym bleiben möchte.

Doch von Seiten der rechten Regierungspartei kommen keine positiven Signale. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno verurteilte den Anschlag zwar, ist aber gegen das Gesetz, weil es „zwangsläufig ideologischen Inhalt“ habe. Er möchte dafür diese Gewaltverbrechen härter bestrafen.