Schwuler Mann in Berlin niedergestochen

In Berlin wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Mann niedergestochen, weil er schwul ist. Sein Lebensgefährte erlitt Verletzungen im Gesicht.

Der 32-Jährige und sein 28-jähriger Partner sind gegen 23 Uhr in der Puschkinallee im Berliner Stadtteil Treptow unterwegs. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ werden sie bei einer Bushaltestelle von drei unbekannten Männern als „Schwuchteln“ beschimpft. Es kommt zu einem Streit, bei dem einer der Unbekannten, die „als Südeuropäer“ beschrieben werden, dem älteren Mann zunächst einen Kopfstoß versetzt und dem Jüngeren mit der Faust ins Gesicht schlägt.

Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, wollen die Angreifer anschließend flüchten. Das Paar nimmt aber die Verfolgung auf. Nach wenigen Metern dreht sich einer der Flüchtenden um. Er zieht ein Messer und rennt auf seine Verfolger zu. Der 28-Jährige kann dem Angriff gerade noch ausweichen und fällt zu Boden – dem 32-Jährigen sticht der Angreifer aber mit einem Messer in den Rücken. Der Mann muss noch in der Nacht notoperiert werden. Für ihn besteht keine Lebensgefahr. Sein Partner erleidet bei dem Angriff nur leichte Verletzungen. Die drei Angreifer können fliehen.

Über die Hintergründe des Angriffs herrscht Unklarheit: Nach Informationen des „Tagesspiegel“ geht die zuständige Polizeidirektion 6 von einem schwulenfeindlichen Hintergrund für den Angriff aus. Wie die „Morgenpost“ berichtet, soll das Opfer den ermittelnden Beamten aber gesagt haben, eine sexuelle Beleidigung sei nicht der Grund für die körperlichen Angriffe gewesen, so die Polizei am Sonntag. Einen anderen Hintergrund nennt der Verletzte aber auch nicht – jetzt ermitteln die Beamten in alle Richtungen.