Regierung in Barcelona kämpft gegen Homo-Heiler

In Barcelona hat die katalonische Regionalregierung Ermittlungen gegen eine Klinik eingeleitet, die verspricht, Homosexualität zu heilen.

Wie spanische Zeitungen berichten, bietet die „Policlinica Tibidabo“ in Barcelona Medikamente und psychiatrische Behandlungen an, die aus Lesben und Schwulen heterosexuelle Mitbürger machen sollen. Nach Informationen der Tageszeitung „El Pais“ suchen vor allem Menschen diese Klinik auf, die Homosexualität nicht mit ihrer religiösen Überzeugung vereinbaren können.

„Niemand will homosexuell sein. Wenn es eine Pille gäbe, die die sexuelle Orientierung ändern könnte, würden sie 99 Prozent nehmen wollen“, so Joaquín Muñoz, Psychiater der Klinik, gegenüber einer katalanischen Zeitschrift. Er glaubt, mit Medikamenten das sexuelle Verlangen dem eigenen Geschlecht gegenüber verringern zu können.

Doch mit solchen gefährlichen Experimenten soll bald Schluss sein: „Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Homosexualität als Krankheit behandelt werden sollte – unabhängig von der persönlichen Ideologie“, macht die katalanische Gesundheitsministerin Marina Geli klar. Bevor sie in die Politik ging, war Geli auch im Kampf gegen Aids sehr aktiv.

Wenn das Krankenhaus wirklich solche Behandlungen durchführen sollte, drohen ihm hohe Strafen. Weiters untersuchen die Behörden, ob ähnliche Therapien auch in anderen Krankenhäusern angeboten werden.

Unterstützung für das harte Vorgehen der Behörden kommt vom katalonischen Lesben- und Schwulenverband CGL. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass medizinisches Personal versucht, Homosexaualität zu behandeln“, so Generalsekretär Antonio Guirado: „Man kann nicht etwas behandeln, was keine Krankheit ist.“

Spanien gilt in seinen Gesetzen über Homosexualität als eines der liberalsten Länder. Seit 2005 können gleichgeschlechtliche Paare heiraten, damit war das südeuropäische Land nach Belgien und den Niederlanden das dritte europäische Land, das die Ehe geöffnet hat. Straffrei wurden gleichgeschlechtliche Kontakte erst 1979, kurz nach dem Tod des faschistischen Diktators Franco. Unter seinem Regime wurden Lesben und Schwule noch in Lagern inhaftiert.