Transgender-Brüste zu klein für Anerkennung als Frau

In Frankreich hat ein Staatsanwalt einer Transfrau die volle Anerkennung in ihrem neuen Geschlecht verweigert, weil ihre Brüste zu klein seien.

Seit 2007 lebt Delphine Ravisé-Giard als Frau. Ihr Arbeitgeber, das französische Militär, hat die entsprechenden Akten schnell geändert. Ein Gerichtsurteil, dass sie für eine amtliche Änderung des Geschlechts eine operative Anpassung braucht, wurde vom Justizministerium aufgehoben. Jetzt macht ihr ein Staatsanwalt Probleme: Er behauptet, Ravisé-Giard bräuchte größere Brüste, um vor dem Gesetz als Frau anerkannt zu werden.

Die Betroffene kann darüber nur den Kopf schütteln: „Wenn der Staat die gleichen Anforderungen an alle Frauen stellen würde, müsste er das Geschlecht vieler französischer Frauen ändern. Aber das würde natürlich nie passieren. Welche Brustgröße ist denn Voraussetzung, um seinen Personalstand zu ändern? Gibt es da nationale Vorgaben aus dem Justizministerium oder hängt das vom persönlichen Geschmack der Staatsanwälte ab?“

Ravisé-Giard ist seit vielen Jahren in der französischen Transgender-Organisation „Trans Aide“ aktiv. Diese kämpft derzeit vor französischen Gerichten für die Einhaltung der Bestimmungen der europäischen Menschenrechtskommission zur Anerkennung von Transgendern – erfolgreich: Die geschlechtsanpassende Operation ist in Frankreich bei einer Änderung des Personenstandes schon länger nicht mehr vorgeschrieben, als erstes Land Europas hat die Grande Nation auch Transsexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen.