Drei Anschläge auf lesbischwules Café in Slowenien

Bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche wurde in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana das „Café Open“, das gerne von Lesben und Schwulen besucht wird, zum Ziel eines homophoben Anschlags.

Zweimal haben Unbekannte Molotow-Cocktails gegen das Lokal geschleudert – die Außenmauern zeigen deutliche Brandspuren. Nun wurden Hass-Sprüche wie „Tod den Schwuchteln“ und „B. ist schwul“ auf die Wände gesprüht. „B.“ bezieht sich dabei auf den Richter, der nach einem anderen Angriff gegen das Lokal im letzten Jahr den Prozess gegen die Täter leitete, sie aber nicht verurteilen konnte. Auch sein Haus wurde mit den Slogans besprüht.

Bei dem Anschlag am 15. Juni 2009 fand in dem Café ein schwullesbischer Literaturabend statt. Plötzlich stürmten acht schwarz gekleidete und maskierte Männer das Lokal, prügelten die Anwesenden und warfen eine brennende Fackel in den Raum. Der Journalist und Schwulen-Aktivist Mitja Blažič, der versuchte, die Angreifer abzuhalten, wurde niedergeschlagen und mehrmals auf den Kopf getreten. Der Vorsitzende des Vereins für die Integration von Homosexualität erlitt bei dem Anschlag leichte Brandverletzungen.

Polizei und Innenministerium gehen davon aus, dass die Anschläge nicht zufällig zu Beginn der Pride-Woche verübt wurden. Am 3. Juli gibt es in Ljubljana, genau wie in Wien, eine Lesben- und Schwulenparade. Die Sicherheitsmaßnahmen der Exekutive vor Szenelokalen und bei der Parade selbst werden deshalb erhöht. Der Schutz der Parade-Teilnehmer habe oberste Priorität, heißt es aus dem Innenministerium.

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