Rugby-Verein wegen homofeindlicher Fans abgestraft

In Großbritannien ist ein Rugby-Club zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden, weil sein Publikum einen schwulen Spieler beleidigt hat.

Es war am 26. März, als die Castelford Tigers aus der englischen Grafschaft Yorkshire die Crusaders aus Wales empfangen hatten. Deren Star, der walisische Nationalspieler Gareth Thomas, hatte sich kurz zuvor geoutet. Das nutzten die gegnerischen Fans für Schmährufe und -gesänge.

Doch die English Rugby Football League versteht bei diesem Thema keinen Spaß: Sie verurteilt die Castelford Tigers zu einer Geldstrafe von 40.000 Pfund, umgerechnet rund 50.000 Euro. Die Hälfte der Strafe wurde bis Ende 2011 auf Bewährung ausgesetzt. Damit will der Verband ein Exempel statuieren. Er hat bereits angekündigt, auch andere Teams bei ähnlichen Vergehen ähnlich zu bestrafen.

Die Castelford Tigers wollen gegen das Urteil berufen. Man sei „enttäuscht und geschockt“, so Sprecher Richard Wright. Der Verein habe alles unternommen, um diskriminierende Fan-Gesänge zu verhindern. Wright findet es unfair, nun wegen eines Einzelfalls so hart bestraft zu werden.

Gareth Thomas ist mit der harten Strafe zufrieden. „Ich war ziemlich verletzt von dem, was ich hören konnte“, sagte er dem „Sunday Express“. „Nur so können wir diesen wenigen Leuten klarmachen, dass es so nicht geht. Vielleicht wird so etwas dem nächsten Spieler, der sich outet, erspart bleiben“.