Irisches Parlament beschließt Homo-Ehe einstimmig

Die Eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben in Irland ist einen großen Schritt weitergekommen: Das Dáil, das Unterhaus des Parlaments, hat das Partnerschaftsgesetz gestern einstimmig beschlossen.

Nun muss noch der Senat dem Gesetz zustimmen, voraussichtlich Anfang 2011 wird es dann in Kraft treten. Gleichgeschlechtliche Paare werden dann Ehepaaren in vielen Punkten gleichgestellt. So wird auch die Zivilpartnerschaft am Standesamt geschlossen, einzig kirchliche Trauungen sind im katholischen Irland nicht vorgesehen. Einzelne Änderungen im Sozial- und Steuerrecht müssen noch Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres gesondert beschlossen werden.

Außerdem werden mit dem Gesetz lange zusammenlebende unverheiratete Paare besser geschützt, egal ob sie homo- oder heterosexuell sind. So kann ein wirtschaftlich abhängiger Partner zukünftig bei einer Trennung auch ohne offizielle Registrierung der Beziehung Vermögensaufteilung und Versorgungsansprüche geltend machen.

Für Justizminister Dermot Ahern ist das Gesetz als eine der bedeutendsten Regelungen des Zivilrechts seit der Unabhängigkeit Irlands. Anerkennung für das Gesetz kommt auch von der lesbischwulen Community Irlands: Das Gesetz geht weiter, als sie es noch vor wenigen Jahren zu hoffen gewagt hatten.

Damit ist Irland eines der Länder, das Lesben- und Schwulenrechte quasi im Schnelldurchlauf eingeführt hat. Bis zum Jahr 1993 wurden gleichgeschlechtliche Kontakte in dem streng katholischen Land noch verboten – heute sind mehr als 80 Prozent der Bevölkerung für Eingetragene Partnerschaften oder eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.