900.000 feiern bei CSD in Köln

Nicht nur in Wien haben Lesben, Schwule und Transgender am Wochenende gefeiert – in Köln ging der größte CSD Deutschlands über die Bühne. Bei der „Cologne Pride“ am Sonntag zählten die Veranstalter rund 900.000 Besucher.

Bei weit über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein zogen rund 100 Festwagen und 20.000 Teilnehmer in einem fast fünfstündigen Umzug durch die Kölner Innenstadt.

Offizielles Thema der Parade war „Stolz bewegt“ – auch ein Hinweis auf die VIII. Gay Games, die am 31. Juli in Köln beginnen und 12.000 schwullesbische Sportler in die Domstadt bringen werden. „Stolz steht hier nicht für Hochmut, sondern für das selbstbewusste Leben der sexuellen Identität“, erklärt Markus Danuser vom Paraden-Veranstalter, dem Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST).

Für eine kleine Sensation am Rande der Parade sorgte die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP. Bei der Verleihung der „Kompassnadel 2010“, die vom KLuST für besondere Verdienste um die Community verliehen wird, sprach sie sich für eine Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare bei der Adoption aus. Leutheusser-Schnarrenberger hatte im Jahr 1994, als sie zum ersten Mal Justizministerin war, den § 175 StGB aufgehoben, der Homosexualität unter Strafe stellte.