Tränengasanschlag bei Parade in Helsinki

In der finnischen Hauptstadt Helsinki gab es am Pride-Wochenende einen dramatischen Anschlag: Schwulenhasser attackierten die Parade am Samstag mit Tränengas.

Wie finnische Zeitungen berichten, attackierten mehrere dunkel gekleidete, teilweise vermummte Männer Teilnehmer der Parade mit Pfefferspray und Tränengas. Dutzende der rund 3.000 Teilnehmer, darunter auch einige Kinder, litten nach dem Angriff an Atembeschwerden und Augenreizungen.

Der Anschlag dürfte sorgfältig geplant gewesen sein, sagte Kari Aaltio, Ermittlungsleiter der Polizei, gegebüber dem finnischen Rundfunk YLE: „Zuerst haben die Attentäter die Parade vernebelt. Dann sind sie um den lock gegangen, um die Teilnehmer mit Pfefferspray zu attackieren. Mindestens zwei Arten Gas wurden benutzt“. Die Angreifer hatten außerdem bereits vor der Parade zwei Gasbehälter in der belebten Alexander-Straße deponiert.

Die Polizei hat drei Personen festgenommen und fahndet nach bis zu fünf weiteren. Dabei handelt es sich um Finnen, die nicht aus Helsinki kommen. Sie müssen sich wegen Verhetzung gegen eine Minderheit sowie Misshandlung in Dutzenden Fällen vor Gericht verantworten, bestreiten aber alle Vorwürfe. Bis mindestens Dienstag sind sie noch in Untersuchungshaft.

Die finnische Lesben- und Schwulenorganisation „Seta“ verurteilte die Attacke auf den Umzug scharf und forderte eine gründliche Aufklärung des Zwischenfalls.