[Video] Beeindruckender „Human Rights March“ in Wien

Ein voller Erfolg war gestern Abend der „Human Rights March“, der als einer der Höhepunkte der Welt-Aids-Konferenz in Wien vom Schottentor bis zum Heldenplatz ging, wo nach den offiziellen Reden die schottische Sängerin und Aids-Aktivistin Annie Lennox sang und ihr Projekt „Sing“ vorstellte.

Zwischen 9.000 und 25.000 Menschen haben an dem Marsch teilgenommen – je nachdem, ob man die Schätzungen der Polizei oder die der Veranstalter heranzieht. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Aids Hilfe Wien, der HOSI Wien und der International Aids Society, dem Veranstalter der Konferenz.

Unter lautem Getöse von Trommeln, Vuvuzelas, Tröten und Trillerpfeifen machten sich die Teilnehmer, viele von ihnen mit Bannern, Schildern und Transparenten, gegen 20.00 Uhr auf den Weg vom Schottentor über den gesperrten Ring. Besonders beeindruckend für die Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz: Sowohl das Wiener Rathaus als auch das Parlament waren mit einem Red Ribbon geschmückt.

Bei der Schlußveranstaltung am Heldenplatz forderten die Redner Solidarität und Unterstützung ein – auch von der Politik. Dem entsprechend wurde der rhetorisch glanzlose Gesundheitsminister Alois Stöger von einem Teil der Menge ausgepfiffen. Österreich hat nur ein einziges Mal, und zwar im Jahr 2002, eine Million Euro in den „Global Fund“ zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria eingezahlt.

Dem entsprechend forderte die Wiener SP-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely in einer packenden Rede den zuständigen Außenminister Michael Spindlegger von der ÖVP auf, dies zu ändern: „Dieser Marsch ist eine gute Gelegenheit, den konservativen österreichischen Außenminister zu zwingen, mehr Geld in die Finanzierung des internationalen Kampfes gegen HIV und Aids zu investieren.“, so Wehsely. Das forderte auch Annie Lennox bei ihrer Rede: Immerhin bringe die Aids-Konferenz dem Staat 45 Millionen Euro an Umweg-Rentabilität.

Lennox zeigte bei ihrem Auftritt, dass der Kampf gegen HIV und Aids bei Frauen und Kindern für sie eine echte Herzensangelegenheit ist. Zwischen den Liedern, die sie alleine am Piano sang, liefen auf der Videowall Kurzfilme über ihr Projekt – und Menschen, die den Kampf gegen Aids oder soziale Stigmatisierung verloren haben.