Öffnet auch Großbritannien Ehe für Lesben und Schwule?

Auch Großbritannien könnte bald die Ehe für Lesben und Schwule öffnen. Das deutet zumindest David Hughes, Vizevorsitzender der mitregierenden Liberaldemokraten, in einem Fernsehinterview an.

„Es wäre angemessen, wenn es in Großbritannien 2010, 2011 für heterosexuelle und homosexuelle Menschen die Möglichkeit gäbe, eine zivilrechtliche Ehe einzugehen.“, sagte Hughes in dem Interview: „Der Staat sollte gleiche Rechte geben. Wir sind schon auf halbem Weg. Ich denke, dass wir es in dieser Legislaturperiode erreichen können sollten.“

Auch der große Koalitionspartner der Liberalen, die konservative Partei, ist einer Ehe-Öffnung nicht abgeneigt. Premierminister David Cameron hatte mehrfach gesagt, dass er eine Änderung in Erwägung ziehen werde. Auch Boris Johnson, Bürgermeister von London und ebenfalls Konservativer, hatte sich bei der heurigen Pride Parade Anfang Juli dafür ausgesprochen, die Ehe schwulen und lesbischen Paaren zu öffnen.

Nick Herbert, offen schwuler konservativer Staatssekretär, relativierte allerdings den Vorstoß auf Anfrage des Online-Magazins „PinkNews“: „Wie Sie wissen, haben David Cameron und George Osborne vor den Wahlen gesagt, dass das etwas ist, worum wir uns beizeiten kümmern müssen. Es gibt keine unmittelbaren Pläne für eine Änderung, aber wir erkennen, dass es Ansichten gibt, die sagen, dass der Name wichtig ist.“

Denn die gleichen Rechte und Pflichten haben schwule und lesbische Paare, die eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen sind, schon heute: Seit 2005 gibt es in Großbritannien „Civil Unions“, die mittlerweile auch medizinisch unterstützte Fortpflanzung und Adoptionen ermöglichen. Der einzige Unterschied war, dass Eingetragene Partnerschaften nicht in Kirchen geschlossen wurde. Doch auch dieser Punkt fiel durch ein im April 2010 in Kraft getretenes Gleichbehandlungsgesetz weg. Allerdings kommt es durch den anderen Namen im Ausland oft zu Problemen bei der Anerkennung der Eingetragenen Partnerschaft.