Gel gegen HIV gibt Hoffnung

Seit zwanzig Jahren wird nach einem Mittel gegen HIV geforscht – ebensolange gibt es in diesem Bereich Rückschläge. Doch nun ist leise Hoffnung angebracht. Zum ersten Mal hat sich ein Gel wirksam gegen HIV gezeigt.

Das „chemische Kondom“ ist ein Gel, dem ein Mittel gegen den Virus beigefügt wird. Es wird vor dem Sex in die Scheide eingeführt. In Südafrika wurde das Gel an 900 Frauen in einer Pilotstudie getestet. Das erfreuliche Ergebnis: Das Ansteckungsrisiko mit HIV sank um knapp 40 Prozent.

„Es ist das erste Mal, dass wir etwas haben, das Frauen von sich steuern können“, freut sich Gottfried Hirnschall, der Direktor der WHO-Aids-Abteilung. Besonders im südlichen Afrika könnte das Gel die Verbreitung von HIV wirksam stoppen. Oft können Frauen dort nicht den Gebrauch von Kondomen durchsetzen – das Scheidengel könnte vom Mann unbemerkt verwendet werden. Sollten sich die Studienergebnisse bestätigen, könne das Gel allein in Südafrika in den nächsten zehn Jahren mehr als eine halbe Million neue HIV-Infektionen verhindern, hoffen die Forscher.

Wie das Gel auch schwulen Männern helfen könnte, eine Ansteckung mit HIV zu verhindern, ist noch nicht getestet. Neue Studienergebnisse lassen aber darauf schließen, dass die Verwendung von Gleitgel den Darm prinzipiell durchlässiger für den HI-Virus macht.