Freiheitliche Polizisten ätzen über schwule Kollegen

Lesben und Schwule scheinen das neue Feindbild der FPÖ zu sein. Nachdem in „Zur Zeit“, der Wochenzeitung des FP-Europaparlamentariers Andreas Mölzer, über den Queer Guide des Wien Tourismus gelästert wurde, ätzt die „Freie Exekutiv Gewerkschaft“ (FEG) über die GayCopsAustria.

In einem Eintrag im Forum der FEG – das übrigens auf einem FPÖ-Server liegt – regt sich der User „ich nicht“ über die „Regenbogenparade mit Gay Cobs (!)“ auf: „Denen schiebt man das Geld – pardon – hinten hinein. So eine Parade kostet ja Geld, Reise, Unterkunft, Verpflegung und da lassen wir uns nicht lumpen.“, ärgert sich der User. Dass die GayCops die Parade nicht organisiert haben, ignoriert der Autor.

Vielleicht meint er damit aber auch die Konferenz lesbischwuler Polizisten aus ganz Europa, die vor der Parade stattgefunden hat, deren Teilnehmer die beschriebenen Kosten aber selbst getragen haben. Auf jeden Fall hat er damit eine Lawine homophoner Beschimpfungen in diesem Polizistenforum losgetreten.

„Dort, wo man sich bei den (zumeist linken) Medien beliebt machen kann, darf Geld keine Rolle spielen“, meint ein User mit dem vielsagenden Nick „Ost. Antidiskriminierungsstelle für Normale“, und „Rostiger Nagel im Fleisch“ meint, dass die Exekutive andere Probleme habe: „Ob ein paar Kollegen bei einer Parade in rosa Röckchen tanzen und dabei ein gesponsertes Bier trinken ist wirklich meine 157te Sorge.“ Scheinbar tolerant ist „orakeljoe“: „Jeder Mensch sollte seinen sexuellen Neigungen fröhnen, egal ob hetero oder homo – solange es sich im legalen Rahmen bewegt.“, um dann zu ergänzen: „Aber was zuviel ist ist zuviel.“

Doch dann schaltet sich ein – eigenen Definitionen zufolge – Mitglied der GayCopsAustria in die Diskussion ein, der auch Personalvertreter für die FP-Gewerkschaft AUF ist: „Die Eintragungen hier sind beschämend. Es gibt auch heimatverbundene Schwule und Lesben, die rennen auch nicht alle in rosa Röckchen rum, die sind, man glaubt es kaum, oft „normaler“ als „normale“, was auch immer normal ist. Sollte Heimatliebe und eine gesunde Portion Nationalstolz nicht mit Schwulsein vereinbar sein eurer Meinung nach, dann muss ich mir da ernsthaft was überlegen. Überall ist ein Mittelmaß wichtig, das fehlt mir hier inzwischen“, regt sich „bird_of_prey“ auf, der „jedenfalls stolz“ ist, „ein Mitglied der GayCopsAustria zu sein“. Worauf ihm „Rostiger Nagel im Fleisch“ attackiert: „Entweder bist du nicht fähig gelesenes auch zu verstehen, oder es ist wirklich für alle besser du suchst dir neue Genossen. Au revoir!“